abei könnte die Sorge um die globale Erderwärmung mit ihren drastischen Folgen dazu führen, dass man sich auch hierzulande ernsthaft darüber Gedanken macht, ob Insekten und dergleichen nicht eine bereichernde und CO2-günstige Ergänzung unserer Ernährungsgewohnheit sein könnten. Studien haben aufgezeigt, dass Mehlwürmer pro Kilo Ertrag ein um einiges geringerer Bodenbedarf und geringer Beitrag zur Erderwärmung haben als vergleichsweise Hühner, Schweine oder Rinder. Ein guter Ort, wo man den Genuss eines Insekten-Apérohäppchen wagen kann, ist übrigens die Umweltarena in Spreitenbach.  

Wie ist das also, können Insekten im Weckglas eingemacht werden?

Vergewissern sie sich selbst:

Insekten im Weckglas?

Oder etwa doch nicht? Nein, was das Auge im ersten Moment der Kategorie als Insekten wahrnimmt, sind in Wahrheit eine Handvoll Stachys, also Wurzelknollen der Pflanze Stachys sieboldii, auch Knollenziest genannt. Sie sind während der Wintermonate auf dem Markt zu finden, wenn auch nicht in rauen Mengen. Dass sie nicht so bekannt und oft im Angebot zu finden sind, hängt nicht zuletzt mit dem hohen Arbeitsaufwand zusammen, den man sowohl beim Ernten als auch beim Rüsten leisten muss. Sind die Wurzelknollen erst mal von Erde befreit, reinigt man sie am besten unter fliessendem Wasser mit einer Bürste. Auf das Schälen kann man dann zum Glück verzichten, dann die Knollen sind lediglich von einer zarten, perlmuttfarbenen Haut umschlossen. Wer den frischen, nussartigen Geschmack mag, kann die Stachys problemlos roh verzehren. Gedünstet sind sie zum Beispiel eine Bereicherung für jedes Wokgericht. Weitere interessante Details zu diesem „Gemüse“ und deren Zubereitung sind in Meret Bisseggers Buch „Meine Gemüseküche für Herbst und Winter“ zu finden.

Zum Schluss doch nochmals zurück zur Frage, ob man nun Insekten einmachen kann. Könnte man bestimmt, haben wir aber noch nie probiert. Meist sind Insekten in getrockneter oder gemahlener Form im Handel erhältlich, und nicht im Einmachglas.